Samstag, 17. Juni 2017

Rezension: Solotrip - Vom Glück des Alleinreisens

Solotrip - Vom Glück des Alleinreisens von Annika Ziehen, erschienen bei Rowohlt, Taschenbuch, 288 Seiten, 9,99€

Worum geht's?
"Der Solotrip – für die einen die beste Art des Reisens überhaupt, für andere ein Abenteuer, von dem sie schon lange träumen. Was ist das Besondere am Alleinreisen? Und gehört wirklich so viel Mut dazu, wie viele meinen? Annika Ziehen reist seit Jahren allein, und was sie zwischen Kapstadt und New York erlebt hat, inspiriert, es ihr sofort nachzutun. Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an das Reisen. Eingebettet in zahlreiche Anekdoten von unterwegs, nennt Annika Ziehen tausend gute Gründe, die dafür sprechen, lieber allein die Koffer zu packen, als gar nicht zu reisen. Sie erzählt, warum der Solotrip gut fürs Selbstbewusstsein ist, weshalb man ohne Begleitung intensiver reist, was am Eat-Pray-Love-Mythos dran ist und woher das ganz große Freiheitsgefühl kommt. Und sie verrät, was man bei der Reiseplanung alles beachten sollte, warum du genauso gut mit Rollkoffer wie mit Rucksack reist, wie man auch allein unterwegs Momente mit anderen teilen kann und wie das Dinner for One – die Krönung des Alleinreisens – zum Vergnügen wird. Egal, ob Städtereise oder Strandurlaub, Bergbesteigung oder Inselhopping – Reisen kann man üben. Und wenn du weißt, wie, wird es dich richtig glücklich machen. Versprochen."

Warum hab ich es gelesen?
Vor einigen Jahren habe ich begonnen, jedes Jahr einen Solotrip zu machen, da sich meine bessere Hälfte leider nicht besonders für Sightseeing in Städten interessiert. Das erste Mal war ich zwar unglaublich aufgeregt, habe aber auch schnell gemerkt, dass das Alleinreisen eine ganz besondere Erfahrung ist. Dementsprechend haben mich also der Titel und natürlich der Klappentext dieses Büchleins sehr angesprochen und ich war gespannt auf Annika Ziehens Reiseberichte.

Wie war's?
Der Aufbau dieses doch ganz besonderen Reiseratgebers ist in sich schlüssig und sinnvoll. Nachdem die Autorin Gründe und Gedanken rund ums Alleinreisen dargelegt hat, berichtet sie munter von ihren Reiseerfahrungen, anhand derer sie Themen wie Sicherheit, Essengehen, Fotografieren etc. behandelt. Zudem gibt sie wertvolle Tipps und verrät sogar einige Routen zum Nachreisen. 
Das Ganze geschieht in einem dermaßen angenehmer Schreibstil, dass man das Gefühl hat mit Annika Ziehen und einem Tässchen Tee gemütlich am Tisch zu sitzen. Locker und flüssig erzählt sie beispielsweise, dass sie sich die einsamen Abende in der Ferne entweder mit einem Buch oder Facebook vertreibt, oder, sollte sie doch mal Gesprächsbedarf haben, sich einfach in einer Bar an den Tresen setzt um sich mit dem Barmann zu unterhalten. Total interessant fand ich auch ihre Erlebnisse beim Zugfahren in verschiedensten Ländern oder ihren Mut, sich einmal quer durch die Landesküche zu probieren. Unterstrichen werden diese Erzählungen durch schwarz-weiß-Fotografien ihrer Reisen, was dem ganzen Buch nochmals eine ganz persönliche Note verleiht.
Die Tipps sind nicht nur umfassend, sondern wirklich hilfreich. Im Prinzip ist das gesamte Buch mit Anregungen und Empfehlungen gespickt, aber im vorletzten Kapitel geht es noch einmal explizit um (Basic)Tipps zur Reiseplanung, Geld und Gepäck. Es dient quasi nochmal als kurze, praktische Checkliste.
Eine Kleinigkeit, die ich persönlich noch ganz spannend fand war die Tatsache, dass die Autorin nicht nur Zitate aus Songs und anderen Quellen einbaut, sondern auch einige ihrer Reiseerlebnisse mit dazu passenden Filmen und Büchern vergleicht (Eat Pray Love, The Beach...). 

Was war besonders?
Neben all den interessanten Tipps und Erfahrungen möchte ich ganz besonders hervorheben, wie toll die Autorin mit unangenehmeren Themen umgegangen ist. So widmet sie beispielsweise ganze Abschnitte zum Thema Reisen allein als Frau, Kleiderordnung und Sicherheit. Durchweg tritt sie für fremde Kulturen ein und bittet um Toleranz und Verständnis nach dem Motto: "Andere Länder, andere Sitten". Wenn man in einer Moschee Schultern und Knie bedeckt heißt das nicht, dass man jahrzehntelang erkämpften Feminismus über Bord wirft, sondern dass man der anderen Kultur mit Respekt und Achtung begegnet. Wenn chinesische Kinder auf die Straße pinkeln muss man das nicht toll finden, aber man sollte sich auch nicht darüber aufregen und gleich die gesamte Nation als "eklig" abtun.

Reading Solotrip - Vom Glück des Alleinreisens makes me feel like...
Ein ganz besonderes Reisebüchlein, was definitiv Lust macht, die Koffer zu packen und loszuziehen. Und das auch gerne allein!

Mit herzlichem Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

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