Sonntag, 13. August 2017

Rezension: Mr. President - Macht ist sexy (White House Reihe 1)

Mr. President - Macht ist sexy von Katy Evans, erschienen bei LYX digital, EBook, 400 Seiten, 6,99€

Worum geht's?
"Noch nie war Macht so sexy! Als Tochter eines Senators verbrachte Charlotte Wells ihre Kindheit am Tisch mit den mächtigsten Männern der USA. Damals hatte sie sich geschworen, niemals selbst in die Politik zu gehen. Doch als sie nach ihrem Studium das Angebot erhält, im Wahlkampfteam von Matthew Hamilton zu arbeiten, gerät ihr Entschluss ins Wanken. Charlotte kennt Matthew, seit sie Kinder waren, und sie weiß, dass er nicht nur fokussiert und skrupellos ist, sondern als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika auch tatsächlich etwas bewegen könnte. Sie hat allerdings nicht damit gerechnet, wie schwer es sein würde, rund um die Uhr in Matthews Nähe zu sein. Und obwohl sie weiß, dass es seine Karriere zerstören könnte, wenn sie der Anziehungskraft zwischen ihnen nachgeben, fällt es ihr mit jedem Tag schwerer, sich von ihm fernzuhalten ..."

Warum hab ich es gelesen?
Dieses Genre ist durchzogen von heißen Millionären, Rockstars und Bad Boys - aber einen Präsidenten gab es bisher noch nicht. Grund genug also, der Geschichte eine Chance zu geben.

Wie war's?
Ehrlich gesagt habe ich mich beim Lesen dieses Büchleins ziemlich schwer getan. Die Geschichte startet in der Wahlnacht, in der sich entscheidet, ob Matt Hamilton Präsident wird - und wie es mit ihm und Charlotte weiter geht. Danach gibt es einen Zeitsprung, und wir erfahren, wie die Beziehung der beiden zehn Monate vorher begann.
Protagonistin Charlotte ist eine gut situierte, patriotische und brave Senatorentochter, die eigentlich nichts mit Politik zu tun haben möchte. Ihr größter Wunsch ist es, dass ihre Eltern stolz auf sie sind. Dann trifft sie auf einer Party Matt Hamilton wieder, den unabhängigen Präsidentschaftskandidaten und absoluten Schwarm ihrer Jugend.
An dieser Stelle reisen wir nochmals in der Zeit zurück, um Matts und Charlottes erstes Kennenlernen zu erleben. Und ich muss leider sagen, diese ganze Geschichte fand ich durchweg verstörend. Matt Hamilton ist mit seinem Vater, dem aktuellen Präsidenten zum Abendessen bei Charlottes Familie zu Gast, und die elfjährige (!) Charlotte verfällt dem Anfang zwanzigjährigen Matt natürlich sofort. Das Charlotte sich bereits als Kind in Matt verliebt fand ich mehr als befremdlich. Ganz ehrlich, hätte man sie nicht wenigstens sechzehn Jahre alt sein lassen können?
Auch in der Gegenwart fühlt sich Charlotte natürlich immer noch stark zu Matt hingezogen. Jeder Blick von ihm bringt sie komplett aus dem Konzept und ihre Brustwarzen werden in wirklich absolut jeder Szene hart, so dass man sich fragt, warum sie sich nicht endlich einen gepolsterten BH zulegt.
Charlotte ist also von Matt hin und weg, so wie der ganze Rest der Welt. Seitenweise werden Lobeshymnen ob seiner Perfektion gesungen, die Autorin spart hier wahrhaftig nicht an Superlativen und kitschigen Umschreibungen. Leider machte dies für mich Matts Charakter so gar nicht greifbar. Seine Motive, so jung bereits für das Amt des Präsidenten zu kandidieren werden allerdings logisch dargelegt, und auch das Dilemma, welches eine öffentliche Beziehung mit Charlotte mit sich bringt wurde nachvollziehbar aufgebaut.
Irgendwann beginnt die Handlung, sich im Kreis zu drehen: Matt und Charlotte haben Sex, den sie eigentlich nicht haben dürfen, beenden es auf den offensichtlichen Gründen, nur um vier Tage später wieder im Bett zu landen. Am Ende bleibt trotzdem alles recht offen, da man natürlich weiß, dass eine Beziehung der beiden aus politischen Gründen nicht möglich ist, aber sie sich ja auch bisher nicht wirklich daran gehalten haben.
Die Geschichte wird hauptsächlich aus Charlottes Sicht erzählt, nur wenige Kapitel beschreiben Matts Perspektive. Die Kapitelüberschriften, wie z.B. "Handtuch" waren nicht sehr aussagekräftig und hätten wegen mir auch wegbleiben können. Der Schreibstil der Autorin war für mich besonders in den erotischen Szenen recht abgehackt, man konnte das Prickeln und die sprühenden Funken nicht wirklich fühlen. Noch dazu waren einige logische Fehler enthalten, die mich beim Lesen doch irritiert haben: Charlotte zieht ihren BH aus, sie küssen sich, und Matt zieht ihr den BH aus - Moment, der war doch schon ausgezogen?

Was war besonders?
Das ganze Szenario rund um den Wahlkampf war wirklich etwas erfrischend Neues. Sehr schön fand ich zudem, dass die Autorin gleich zu Beginn einige Worte dazu schreibt, wie realitätsnah sie ihr Buch diesbezüglich aufgebaut hat und warum sie einige Änderungen vorgenommen hat.

Reading Mr. President - Macht ist sexy makes me feel like... 
Trotz unverbrauchtem Setting konnte mich das Buch leider absolut nicht überzeugen. Den zweiten und letzten Band, der Anfang nächsten Jahres erscheint, werde ich wohl nicht lesen. Sorry, Mr. President!

Mit herzlichem Dank an Netgallery.de und dem LYX Verlag für das Rezensionsexemplar

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